Samstag, 15. Dezember 2018

2007


Baupläne, Baugenehmigungen und die ersten Gäste


So, nun hieß es planen und die von unserem Architekten erstellten Baupläne zu begutachten und eventuelle Änderungen zu machen. 
Gar nicht so einfach, wenn man noch nie gebaut hat. Worauf muss man da achten muss? 
Wir planten zwei Anbauten, einer vorne in der Einfahrt, den unsere Gäste alle kennen. Dort ist heute das Flamboyant, das Sunset und ganz oben die Dachterrasse des Penthouses. 
Wir hatten nicht wirklich eine Vorstellung davon wie groß das werden würde, ich wusste nur, dass unser Achritekt keine Balkone eingeplant hatte. Dies änderten wir noch. 
Ein anderer Anbau sollte auf der anderen Seite, dort wo das Apartment Bellevue ist, gebaut werden. Die Pläne liegen bis heute in der Schublade. Stattdessen haben wir später dann das Penthouse noch obendrauf gebaut. 
Aber erstmal mussten wir mit den Bauplänen zum District Council Black River. Unser Architekt ging mit Rudi dorthin, ich glaube 5 Mal oder so. Jedesmal fehlte irgendetwas. Es war schon arg zermürbend und wir lernten schnell wie der Amtsschimmel auf Mauritius wieherte. OmG... 
Nach diversen Amtsgängen bekamen wir dann auch endlich unsere heissersehnte Baugenehmigung. 
In der Zwischenzeit bauten wir das zukünftige Apartment Tropic Garden um. Dort wurde eine Türe zugemauert, eine Wand eingerissen und eine Küche eingebaut. 
Dann kam noch eine neue Küche ins Haupthaus. Sprich, die alte Betonküche musste eingerissen werden und dann zT wieder neu aufgebaut werden. Gino, ein Schreiner, kam und mass die Schränke aus, die in das Betongerüst eingesetzt werden sollten. 
Im Apartment Bellevue wurde die Decke verkleidet und isoliert und es kam ein Waschtisch ins Bad. 
Rudi und ich betätigten uns als Maler. Wir konnten niemanden vor Ort finden und das was wir sahen, was die Einheimischen so 'bemalten' liess uns ehrlich gesagt, erschaudern. Die malten fröhlich über alles hinweg. Nichts wurde abgeklebt oder dranvorbeigepinselt. Wir haben bis heute noch eine Türe im Haus, die von den Vorbesitzern mal lackiert wurde, dass Schloss ist komplett unbrauchbar, weil der Lack in jede Ritze reingelaufen ist... 
Also beschlossen wir, selbst Hand anzulegen. War schon lustig, die Gesichter unserer Bauarbeiter, als sie mich in meiner Malerkluft sahen und dann stieg ich auch noch auf ne Leiter und pinselte drauf los und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Das war etwas, was man damals nicht kannte. Eine Frau, die eine solche Arbeit erledigte. 
Wir hatten unseren Spass. 
Die alte Küche: 


 Der Umbau:


Das Ergebnis:



Schritt für Schritt wurden wir so langsam aber sicher fertig und es fing an gemütlich zu werden. 

Da, mitten hinein schneite dann unsere erste Buchung ins Haus. Wir erschraken ganz schön, damit , dass jemand unsere zu diesem Zeitpunkt recht magere Website finden und dann auch noch so schön finden würde, dass er bei uns Urlaub machen wollte, hatten wir gar nicht gerechnet. 
Aber natürlich wollten wir uns das auch nicht entgehen lassen. Die Buchung fiel genau in eine Lücke zwischen Fertigstellung des Umbaus und der Renovierungen und Beginn der Bauarbeiten. Also nahmen wir sie an. 
November 2007 hatten wir also unsere ersten Gäste im Apartment Tropic Garden und gleich im Anschluss noch andere Gäste im Apartment Bellevue. Ganz schön aufregend!
Das war am 11.11.2007, wir hatten uns einen Spass erlaubt und uns ein wenig maskiert und unsere 3 Gäste machten fröhlich mit!
 

Sonntag, 9. Dezember 2018

2007

Ein Gästehaus entsteht

Die ersten Amtsgänge und unser Architekt


Als erstes zogen wir erstmal ein, in unser neues Haus. Da das Haupthaus und auch die ehemaligen Kinderzimmer in so desolatem Zustand waren, zogen wir erstmal in den hinteren Teil des Hauses. Dieser Anbau war erst vor ein paar Jahren entstanden, dort hatte der Opa der Familie sein eigenes Reich. Alles war in einem ganz guten Zustand und bewohnbar. Also suchten wir uns dieses für die kommenden Wochen erstmal als Zu Hause aus. Hier würde übrigens einmal das Apartment Bellvue entstehen.
 So sah das damals aus, der Wohnraum im Apartment Bellevue. Hinten links, neben der Treppe war damals noch ein Zugang ins Haupthaus.
 Treppenaufgang ins Schlafzimmer und zur Terrasse.
 Das war unser erstes Bett auf Mauritius. Später sollte es eine Weile im Apartment 'Tropic Garden' stehen, bevor wir es auch hier ersetzten. Aber damals waren wir froh es zu haben.

 Das Badezimmer, weiss, einfach nur weiss... 

Hier also lebten wir erstmal. Wir hatten noch so verschiedene Amtsgänge zu erledigen. Ich hatte immer noch keine Permit für Mauritius. Das nahmen wir als erstes in Angriff. Ich brauchte das Medical Certificate und dann konnten wir den Antrag stellen. 
Da sassen wir dann bei der BOI und wollten meinen Antrag abgeben und die Dame dort schaute leicht irritiert. Dann meinte sie, da würde ja wohl etwas nicht stimmen. Entweder sei dies nicht mein Reisepass oder nicht meine Geburtsurkunde. 
Wie bitte? Natürlich, beides ist meins!!!
Sie zeigte mir beides und wies auf das Geburtsdatum. Tatsächlich, auf der englischen Geburtsurkunde, die in Köln vom Ordnungsamt ausgestellt worden war, stand ein anderes Jahr, als in meinem Pass. Da war ich plötzlich 3 Jahre jünger. 
Hat man Töne? Ein dt. Amt, dass falsche Papiere ausstellt. Wow! 
Es half nichts, ich brauchte eine neue. Mist! Zum Glück hatte ich meine Original-Geburtsurkunde dabei und konnte diese dann vom dt. Konsulat übersetzen lassen. Tja, war nix mit mal eben 3 Jahre jünger machen (smile). 
Zeitgleich schauten wir uns nach Möbeln um und suchten einen Architekten. Wir wollten renovieren und anbauen und zumindest für den Anbau brauchten wir einen Architekten. Ausserdem waren wir ziemlich ratlos was die Bauarbeiter betraf. 
Damals war es mehr als heute üblich, sich die Arbeiter quasie von der Strasse zu holen und täglich zu bezahlen. Wir hatten natürlich nicht den geringsten Schimmer wie wir dies anstellen sollten. Dies Leute sprachen idR nur Creolisch und mit Ausländern wollten sie oft eh lieber nichts zu tun haben. 
Zum Glück bekamen wir auch hier Hilfe durch Freunde. Eines schönen Tages stand Jean Claude vor unserer Türe. Er seih Architekt und ein Freund, den wir auch gut kannten, hatte ihn geschickt. 
Er sah sich unser Grundstück an, besprach mit uns, was wir uns so vorstellten und versprach in ein paar Tagen mit den ersten Entwürfen wieder zu kommen. Wir waren dann mal gespannt, was da so kommen möge. 

Sonntag, 2. Dezember 2018

2007


Ein Gästehaus entsteht


Ankunft auf Mauritius


So, da waren wir also gelandet auf Mauritius, unserer neuen Heimat. 
Bei der Landung mussten wir gleich unseren Kater Charly bei der Immigration abgeben. Zwei Beamte der Quarantäne Station in Reduit warteten bereits auf uns und nahmen ihn gleich in Empfang. 
Eigentlich wollte ich mitfahren, dies war aber nicht erlaubt. Also, beeilten wir uns nach draussen zu kommen, wo ein Freund schon mit unserem Auto, dass Rudi beim letzten Aufenthalt schon gekauft hatte, wartete. Rein ins Auto und mit Vollgas los nach Reduit. Dort angekommen war keine Spur von Charly. Niemand hatte ihn gesehen, also warteten wir und warteten und warteten. Als wir so langsam begannen unsere Geduld zu verlieren, kamen nach fast 2 Stunden die beiden Beamten mit unserem Kater an. Sie konnten die Aufregung gar nicht verstehen, waren total relaxt und Charly saß hinten in seiner Katzenbox und miaute Lautstark vor sich hin. 
Der arme Kerl wusste ja nun wirklich nicht was ihm geschah. Wir durften dann mit ihm in seine Zelle, anders kann man das wirklich nicht beschreiben. Eine 2m x 2m große Zelle mit nackten Betonwänden und Betonfussboden. In einer Ecke eine alte Holzkiste, gefüllt mit Sand. Das war es. 
Wir brachten ihn hinein und das erste was er tat, war die Sandkiste einweihen. Er hatte es wirklich arg nötig. 
Dann fraß er sich den Bauch voll mit dem eigens von uns mitgebrachten Katzenfutter aus Deutschland. Wirklich wahr, wir reisten mit einer ganzen Reisetasche voll mit Katzenfutter und Leckerchen an. Wir wussten das wir dieses Futter auf Mauritius nicht bekommen würden und Charly war extrem eigen mit seinem Katzenfutter. Was uns in den kommenden Jahren noch so manche Anstrengung bescheren und unsere Gäste oft zum schmunzeln bringen sollte. Mussten diese doch allesamt 2-3-4-5 Döschen dieses Futters mitbringen. Hier nochmal ganz, ganz lieben Dank an alle unsere Gäste, die diese für uns immer mitgebracht haben. Es war wirklich immer ein riesen Katzenjammer, wenn uns mal dieses Futter ausging. OmG Katzen können so verdammt stur sein!
Die Sturheit unseres Charlies bekamen wir dann auch gleich volle Kanne zu spüren. Nachdem er sich den Bauch vollgeschlagen hatte, marschierte er in seine Box, so dass nur noch seine Schwanzspitze herausschaute, die hin- und herwippte, und kam dort nicht mehr raus. Wir liessen ihn dann erstmal alleine und fuhren in unser Haus nach Tamarin
Dort angekommen, wartete schon die Vorbesitzerin auf uns mit den Schlüsseln. Sie erklärte uns noch ein paar Dinge und dann waren wir alleine in unserem Traumhaus
Glücklich waren wir allerdings nicht. Als wir das Haus das letzte Mal sahen war es noch bewohnt. Nun war es vollkommen leer und als wir so durch die Räume gingen, kam uns das Grauen. Es sah schon arg verwohnt, alt und renovierungsbedürftig aus. 
Der Schock sass!








 

Freitag, 30. November 2018

2007 


Das zukünftige Gästehaus und der Umzug nach Mauritius


Wir hatten nun also endlich unser Gästehaus gefunden. Damit fing aber erst alles an. Wir mussten das Haus nun kaufen und den Umzug nach Mauritius organisieren. 
Eine ganz schön aufregende Zeit für uns! 
Wir hatten ja nun das Haus einen Tag vor unserer Abreise erst gefunden. Vor lauter Aufregung dachten wir gar nicht darüber nach, wie es nun weiterging. Erst als wir beide am nächsten Morgen um 6h im Flieger Richtung Deutschland saßen kam es mir. Ich fragte Rudi, warum er eigentlich nicht gleich auf Mauritius geblieben war, um alles für den Hauskauf in die Wege zu leiten. 
Tja, gute Frage. Aber da kommt glaube ich, auch die Deutsche Mentalität durch. Wir hatten die Flüge gebucht, also mussten wir sie auch antreten. OK, ich musste eh zurück, da ich gleich wieder ins Büro musste. Aber Rudi hätte bleiben können. 
Er sah es gleich von der richtigen Seite. Wir hatten nämlich Weiberfastnacht und als Kölner will man dann natürlich heim. 
Gleich als wir in Düsseldorf landeten, fuhren wir heim, zogen uns um und stürzten uns ins Karnevalsgetümmel. Wir feierten das letzte Mal so richtig Karnelval! 
Auf Aschermittwoch flog Rudi dann wieder zurück auf unsere Trauminsel, um alles für 'unser' Haus zu kaufen, während ich meinen Job kündigte und begann den Umzug vorzubereiten. 
Wirklich eine turbulente Zeit. Ein Haus kaufen auf Mauritius ist auch nicht so ganz einfach, würde hier auch zu weit führen. Wie auch immer, nach einigen Wochen und ziemlich viel Aufregung was es vollbracht. Wir waren stolze Eigentümer eines Hauses auf Mauritius
In der Zwischenzeit hatte ich einen Mieter für unsere Eigentumswohnung gesucht und gefunden und schon einmal angefangen zu packen. 
Rudi kam Anfang Mai aus Mauritius zurück und wir orderten den Container für den 20.06.2007 und buchten unseren Flug nach Mauritius für den 24.06.2007. Bis dahin musste verdammt viel erledigt werden. 
Als erstes kümmerten wir uns um die Einfuhrpapiere und Impfungen für unseren 10 Jahre alten Kater Charly. Der sollte mit, nachdem Rudi mit Hilfe von Freunden herausgefunden hatte, dass er von Deutschland aus kommend nur 30 Tage Quarantäne auf Mauritius haben würde.  Also würde er mit uns umziehen.
Die Kisten mussten gepackt und nummeriert werden, Listen geschrieben werden. Eine Wahnsinnsarbeit, die kein Ende zu nehmen schien. 
Dann, endlich, war es vollbracht und der Container kam. 

An jenem Abend, an dem unser Container Richtung Mauritius auf den Weg ging, waren wir total erschöpft. Ich werde nie vergessen, wie KO ich war! 
Dann kam der Abschied von unseren Freunden und Familie 
Wir bekamen ein Köln T-Shirt und einen Köln-Ausweis, damit wir jederzeit wieder in die Domstadt einreisen konnten. 
Dann begann unser Abenteuer Mauritius und Guesthouse Bellevue!

Mittwoch, 28. November 2018

2006

Die Suche nach dem passenden Haus


Bevor wir Mauritius verliessen, hatten wir schon so ziemlich alle Property Agents die es damals auf der Insel gab aufgesucht und diesen unsere Vorstellung des Hauses oder Grundstücks mitgeteilt. 
Nun, wieder zurück in Köln, mussten wir ersteinmal abwarten ob und was dort kommt. Wir suchten auch noch selbst das Internet nach passenden Angeboten ab, was damals aber wesentlich schwieriger war, als heute. Es war einfach nicht üblich auf Mauritius das Internet in dieser Weise zu nutzen. Wir waren also überwiegend auf unsere Kontakte zu den Immobilien Maklern auf Mauritius angewiesen. 
Kurz vor Weihnachten dann, kam tatsächlich der erste Property Agent auf uns zu mit zwei wunderschönen Häusern, kurz darauf bekamen wir dann das Dritte Angebot von einem anderen Agenten. Unsere im vergangenen Urlaub gemachten Freunde machten Termine aus und sahen sich die Häuser vorab an. Alle drei erschienen tatsächlich perfekt geeignet zu sein, für unser Vorhaben. Wow! 
Wir wollten gleich losfliegen, aber die Agenten sagten einheitlich, es hätte Zeit, da während der Weihnachts- und Neujahrszeit sich nichts auf der Insel tun würde. Bis 10. Januar herrscht eine Art Stillstand der Geschäfte und wir bräuchten uns keine Sorgen machen, dass uns jemand zuvor kommen könnte. 
Also planten wir einen 4 wöchigen Urlaub ab dem 10. Januar auf Mauritius. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch im Job war, bot sich dies umso mehr an. 
Am 10. Januar 2007 flogen wir also voller Erwartung nach Mauritius. Wir landeten morgens um 7:00h auf der Insel und hatten um 14h gleich den ersten Termin mit dem Agenten. Sie holte uns dann auch pünktlich ab. Auf der Fahrt dorthin erklärte sie uns, dass die beiden Häuser tatsächlich bereits verkauft seien. Es täte ihr sehr leid, aber das wäre total unüblich und sie hätte soetwas noch nie erlebt. Wir sollten aber nicht enttäuscht sein, sie hätte noch ein paar andere sehr schöne Objekte für uns. 
Wir waren natürlich enttäuscht, besonders was ein Haus betraf, dass von A bis Z für uns perfekt gewesen wäre. Aber es half ja nichts, also waren wir nun ersteinmal gespannt, was sie uns noch zeigen würde. 
Was folgte war eine ziemlich enttäuschende Odyssee durch diverse vollkommen ungeeignete Häuser. Entweder war die Lage unmöglich oder das Haus zu klein, zu teuer oder absolut ungeignet für unser Vorhaben. Es war schnell klar, dass sie uns diese nur zeigte um uns überhaupt etwas zu zeigen. 
Wenn wir dies gewusst hätten, wären wir doch gar nicht gekommen! Glaubten diese Makler, wir Europäer haben die Taschen voller Geld und Zeit spielt auch keine Rolle? 
Ehrlich? Genau das dachten und denken sie von uns. Um ehrlich zu sein, viele von uns treten bei den Insulanern ja auch genauso auf. Wir beobachten dies nun schon so lange und es hat sich bis Heute nicht geändert. 
So, der erste Tag war also für die Katz. Es folgte dann am nächsten Tag ein Termin mit einem anderen Makler. Hier ging es um ein Grundstück direkt am Strand. Das Haus war viel zu klein aber trotzdem waren wir interessiert, weil das Grundstück groß genug gewesen wäre um zu bauen, ausserdem war die Lage am Strand natürlich genial. 
Dummerweise hatte sich mittlerweile durch dieses neue Gesetz das Ausländern auf Mauritius die Tore öffnete, die Immobilienlage komplett verändert. Die Preise gingen bereits nach oben und dieses Grundstück sollte auf einmal mal eben schlappe 200.000 € mehr kosten. Das überstieg unser Budget komplett. Keine Chance! 
So, da standen wir nun mit unserem Vorhaben und kein Haus oder Grundstück war in Sicht. Was folgte, waren Gänge zu diversen Immobilien Maklern und hie und da tat sich auch was auf, was dann am Ende doch nicht finanzierbar war. Da war ein Grundstück, dass wir gerne gekauft hätten, dies wurde uns dann aber vor der Nase weggeschnappt. Wieder einmal... 
Kann sich jemand unsere Enttäuschung vorstellen? 
Nach 3 Wochen waren wir dermassen frustriert, dass wir nur noch nach Deutschland zurück wollten. Da kam dann unser Freund, der uns mit der Bank schon so geholfen hatte, auf uns zu und lud uns ins Auto ein. Er fuhr mit uns herum, zeigte uns diverse Grundstücke und versprach uns, sollte eines uns gefallen, würde er den Eigentümer ausmachen und versuchen den Kauf für uns zu arrangieren. 
Wir fanden aber nicht wirklich was passendes, bis auf ein großen Grundstück am Fusse des Tourelle des Tamarin. Er wollte sich erkundigen und uns dann Bescheid geben. 
Dann, an unserem letzten Tag, bevor es zurück ging, waren wir zum Mittagessen bei ihm und da rief ihn jemand an, er hätte ein großes Grundstück für uns. Es war gleich bei ihm gegenüber und wir gingen dorthin. Es war zwar zur Strasse, aber da es ein großes Neubaugebiet war, konnten wir da so bauen dass wir alle Zimmer zur Bergseite gebaut hätten, so dass der Lärm von der Strasse nciht weiter gestört hätte. Der Makler schränkte allerdings ein, dass er sich nciht ganz sicher sei, ob ein Gästehaus dort eine Genehmigung bekäme. Dies wollte er für uns prüfen. 
Als wir dann zu unseren Vermietern kamen, ein maur./dt. Ehepaar erzählten wir voller Freude darüber. Sie freuten sich sehr für uns und im Laufe des Gesprächs stellte sich dann heraus, dass auch sie ein Haus für uns hätten. Eine Freundin, sie wohne am Fusse des Berges, suche einen Käufer und vielleicht könnte dieses Haus auch etwas sein. 
Sie rief dort an und wir durften uns das Haus gleich ansehen kommen. 
Als wir dort ankamen waren wir erstmal nicht wirklich begeistert. Es war ein altes Wohnhaus und ziemlich abgewohnt. Als wir dann aber durch die Einfahrt in den Garten und dann auf die Terrasse kamen, war ich sofort begeistert. Es hatte Charme und irgendwie etwas besonderes. Der Garten war fast schon verwildert aber doch schön... oder gerade deswegen. Als wir uns dann das Haus von innen ansahen, stellte es sich als perfekt für unsere Pläne dar. Wir konnten im Handumdrehen 2 Apartments zur Vermietung abteilen und im Hauptteil selbst wohnen. Das Grundstück war groß genug um dort auch noch anzubauen. 
Es hatte dann auch noch einen absoluten Vorteil. Es war nicht am Strand, aber es hatte eine einmalig schöne Aussicht auf den Indischen Ozean. Es war atemberaubend und wir konnten uns gar nicht sattsehen. 
Wir hatten 'unser' Gästehaus gefunden! 


Dienstag, 27. November 2018

12 Jahre Guesthouse Bellevue in Tamarin, Mauritius

Zeit, diesen Blog wieder zum Leben zu bringen. 

Irgendwie waren meine Blogs mal vor ein paar Jahren abhanden gekommen und ich habe aufgehört zu schreiben. 
Schade drum! Ich fange also einfach nochmal von vorne an.

Wie alles begann - 

Die Permit 

2006

kamen wir, Rudi und ich nach Mauritius mit der Idee diese Insel zu unserer neuen Heimat machen zu wollen. Wir waren zwei von vielen, etwas das sich bis heute nicht geändert hat. Irgendetwas hat Mauritius an sich, dass manche Leute einfach nicht mehr loslässt. So auch uns! 
Als wir damals nach Mauritius kamen, hatte das Government gerade die Gesetze für 'Einwanderer' gelockert. Ausländer durften unter gewissen Voraussetzungen hier leben und arbeiten. Wir stellten damals den Antrag Nr. 9 und bekamen auch postwendend die so ersehnte Occupation Permit
Es war nicht ganz so einfach, wie es sich gerade anhört, aber doch wesentlich einfacher als heutezutage. 
Wir liefen uns die Hacken blutig, kreuz und quer durch die Hauptstadt Port Louis, um alle notwendigen Schritte, Papiere und Dokumente zusammenzubekommen. Es war damals halt auch so, dass keiner so richtig in den Amtsstuben Bescheid wusste. OK, das passiert einem auch heute noch oft genug. Aber 2006 war das noch viel schlimmer. Als wir so ziemlich alles zusammen hatten und es fehlte uns nur noch eine erforderliche Bankbürgschaft, da schien unser Traum schlagartig wieder in weiter Ferne. 
Man benötigte für diese Bankbürgschaft ein Bankkonto und genau dieses zu eröffnen erschien beinahe unmöglich. 
Wir lernten diverse Banken in Port Louis kennen und irgendwie bekamen wir nie die richtige Auskunft, irgendwie rannten wir gegen Mauern. Auch hier wusste niemand so recht was 'Ausländer' machen muss, um auf 'Paradise Island' ein Konto zu eröffnen. 
Mauritius war diesbezüglich noch in den Kinderschuhen. 
Wir hatten aber dann großes Glück einen Mauritier kennenzulernen, der uns weiterhalf. Wir sind heute gut befreundet und ohne ihn, wären wir damals wahrscheindlich frustriert wieder nach Hause geflogen, ohne Bankkonto, ohne Permit. 
Er nun half uns und ging ersteinmal mit uns zur MCB Filiale in Tamarin. Diese war damals noch eine kleine, unscheinbare Filiale mit einem einzigen Schalter, den der gute Mann dann gleich mal für uns schloss. Es ging ziemlich schnell und wir hatten unser Bankkonto. Es war unfassbar. Dieser Mann am Schalter, zusammen mit unserem Freund schafften es im handumdrehen. Unser Freund gab seine Adresse an und da er bekannt bei der Bank war, benötigten wir keinen Adressnachweis. Es reichten unsere Reisepässe und eine Einzahlung auf dieses Konto und schon waren wir fertig. 
Hatten wir uns Blasen in der Zentrale gelaufen, wurden wir hier wie die Könige behandelt. Nice, wirklich super nett. 
Mit unserem neuen Bankkonto war es uns dann auch möglich die Bankbürgschaft für die BOI (heutige  Economic Development Board Mauritius) zu erhalten und unseren Antrag endlich abzugeben. 
Das Ergebnis nach 4 Wochen auf Mauritius, endlich eine Occupation Permit mit der wir nun endlich auf den Weg gehen konnten ein passendes Haus für unser Guesthouse auf Mauritius zu finden. 
Aber erstmal mussten wir wieder zurück nach Köln....