Donnerstag, 3. Januar 2019

2008


Ein Gästehaus entsteht 


Unsere Apartments nehmen Formen an 


Das Apartment Bellevue 


Die Küche mit dem Wohnbereich 

                                                                     


Das Schlafzimmer 

Das Bad

Leider habe ich keine komplett identischen Fotos vorliegen, aber ich denke man kann auch so sehen wieviel Arbeit darin steckte. Besonders die, die unser Gästehaus von ihren Urlauben kennen, wissen dies. 
Zu dem Waschtisch fällt mir eine kleine Story ein. Dieser war soweit fertig und die Installateure kamen um die Rohre fertig zu verlegen und alles anzuschliessen. Als sie um 12h zur Mittagspause eilten, stellten sie vorher das Wasser an. Allerdings nicht, ohne zu prüfen, ob alles ordnungsgemäß angeschlossen war. Sie hatten nämlich vergessen das Abwasserrohr am Waschbecken anzuschliessen UND den Wasserhahn zuzudrehen. So, nun floss dort oben fröhlich das Wasser so vor sich hin. Zum Glück waren hier nur Fliessen verlegt und die Abtrennung zum Haupthaus unter der Treppe war noch nicht gemauert. So habe ich dann nicht schlecht gestaunt, als ich vom Schreibtisch aus das Wasser die Treppe hinunterrauschen sah. Wir hatten tatsächlich unseren eigenen Wasserfall im Haus! Als ich nach oben rannte stand natürlich alles unter Wasser und unsere neuen Möbel mittendrin. Zum Glück hält Tropenholz so einiges aus und wir kamen mit einem Schrecken und Wasserschöpfen davon. 
Daraus lernten wir dann, unsere Arbeiter immer zu kontrollieren. Vergessen tun die auf Mauritius nämlich schnell mal was... 


Mittwoch, 19. Dezember 2018

2008


Ein Gästehaus entsteht


Der Anbau wird fertig


Eine Baustelle auf Mauritius. Unsere fleissigen Arbeiten wurden so langsam fertig und wir an Erfahrungen reicher. Wir lebten definitiv in einer anderen Welt, in der die Uhren anders tickten. 
Jeden Freitagmittag gingen unsere Arbeiter in 'Sitzstreik', man arbeitete nach der Mittagspause einfach nicht mehr weiter. Wir wunderten uns schon, als wir unseren Architekten darauf ansprachen erklärte er uns, dass dies üblich sei. Freitag sei Zahltag. Die Leute erwarteten ihr Geld für die vergangene Woche und erst wenn sie bezahlt waren, standen sie auf und arbeiteten weiter. Unser Architekt erklärte uns, dass man mit der Bezahlung vorsichtig sein müsse und er nie den gesamten Lohn am Freitag auszahlen würde, sondern immer nur einen Teil und den Rest bekamen sie dann montags. Warum? Ganz einfach, wenn er sie voll auszahlen würde, würden sie nicht wiederkommen, sondern erstmal ihr verdientes Geld ausgeben, bevor sie arbeitssuchend wieder ankamen. Da aber nur volle Wochen bezahlt wurden, war die Wahrscheinlichkeit, dass einer am Dienstag wiederkommt höher, als an einem Montag. Tja... 
Eine andere Sache war die mit unserer Garage. Wir hatten ein paar Tage bevor dies passierte, Lampen für die Aussenbereiche gekauft und Rudi hatte diese in die Garage gebracht, ohne dass ich einen Blick dahin hätte werfen können. 
Nun kam J-C an und wollte die wissen, wo welche Lampe installiert werden sollte. Da wir unterschiedliche gekauft hatten wollte ich mit ihm in die Garage gehen, um ihm die Lampen zu zeigen und ihm zu sagen, welche wohin gehört. Jean Claude wollte nciht das ich in die Garage gehe, versuchte dies zu verhindern, er würde die Lampen einfach holen. Ich war aber nun stutzig geworden und marschierte geradenweges dorthin und bekam den Schreck meines Lebens. 
War es zu fassen? Ich stand mitten in der Garage, die die Arbeiter nicht nur als Lager, sondern auch als Pausenraum nutzen und starrte auf meine Füsse... Vielmehr auf die Stelle wo diese sein sollten. Tatsächlich stand ich nämlich bis zu den Waden in Müll. Unfassbar, aber wahr! Sie hatten alles was sie in den vergangenen 4 Monaten an Müll produziert hatten, einfach fallen lassen und dort liegengelassen. Sie sassen tagtäglich in ihrem eigenen Müll, assen ihr Essen und was sie an Abfall hatten, liessen sie einfach liegen. 
Ich dachte, ich falle hinten über. Joan Claude kam gleich hinter mir her und versuchte mich zu beruhigen. Ich solle nicht so laut schimpfen, sonst würden die Arbeiter morgen nicht wiederkommen und er müsse neue suchen. 
Hallo?
Ja, so war und ist das auf Mauritius. Wenn der Bauherr zu laut schimpfte über die Arbeiter, dann packten diese einfach zusammen und wurden nicht mehr gesehen. Ich war schon arg erstaunt. Rudi kam und zusammen mit JC versprachen sie den Dreck zu beseitigen. 
So war es dann auch. Am Samstagmittag gingen alle ins Wochenende während unser Architekt gemeinsam mit Rudi die Garage aufräumte und reinigte. Tja... 
Mauritius eben... 



 Dann, endlich, war es vollbracht




 unser Gästehaus war fast fertig. Nun hiess es die Apartments innen auszustatten. Also erstmal pinseln was das Zeug hielt. Ich hatte bereits während der Bauarbeiten alle Gardinen genäht und freute mich schon, sie jetzt endlich aufhängen zu dürfen.

Montag, 17. Dezember 2018

2007


Der Neubau


Ja, nun hatten wir die ersten Gäste 'hinter' uns und schon einen Vorgeschmack auf das was uns erwartet erhalten, da kam dann nun endlich der Bagger. 


Und los gind das Abenteuer bauen in Mauritius. Wir waren täglich auf der Baustelle und sahen zu wie unser Bau wuchs und gedeihte und manchmal konnten wir uns auch nur die Haare raufen....


In Mauritius hat man ein kleines Problem mit den Wasserleitungen, die ziemlich marode sind. Was zur Folge hat, dass man nur ein paar Stunden am Tag fliessendes Wasser hat. Also hat so ziemlich jeder Haushalt einen Wassertank, oder auch mehrere, in dem man einen gewissen Vorat hat. Allerdings braucht so ein Neubau gelegentlich ein bisschen mehr Wasser...


 Da wird doch kurzerhand der Pool angezapft...
Das Baukommando für die erste Bodenplatte...


Ja, ja, alles von Hand angerührt und gegossen, wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus... 


 Gerüstbau auf Mauritius...

 So langsam kann man erkennen was es wird...



 Zum Jahreswechsel 2007/2008 waren wir dann soweit, dass man den Rohbau fast erkennen konnte.

Samstag, 15. Dezember 2018

2007


Baupläne, Baugenehmigungen und die ersten Gäste


So, nun hieß es planen und die von unserem Architekten erstellten Baupläne zu begutachten und eventuelle Änderungen zu machen. 
Gar nicht so einfach, wenn man noch nie gebaut hat. Worauf muss man da achten muss? 
Wir planten zwei Anbauten, einer vorne in der Einfahrt, den unsere Gäste alle kennen. Dort ist heute das Flamboyant, das Sunset und ganz oben die Dachterrasse des Penthouses. 
Wir hatten nicht wirklich eine Vorstellung davon wie groß das werden würde, ich wusste nur, dass unser Achritekt keine Balkone eingeplant hatte. Dies änderten wir noch. 
Ein anderer Anbau sollte auf der anderen Seite, dort wo das Apartment Bellevue ist, gebaut werden. Die Pläne liegen bis heute in der Schublade. Stattdessen haben wir später dann das Penthouse noch obendrauf gebaut. 
Aber erstmal mussten wir mit den Bauplänen zum District Council Black River. Unser Architekt ging mit Rudi dorthin, ich glaube 5 Mal oder so. Jedesmal fehlte irgendetwas. Es war schon arg zermürbend und wir lernten schnell wie der Amtsschimmel auf Mauritius wieherte. OmG... 
Nach diversen Amtsgängen bekamen wir dann auch endlich unsere heissersehnte Baugenehmigung. 
In der Zwischenzeit bauten wir das zukünftige Apartment Tropic Garden um. Dort wurde eine Türe zugemauert, eine Wand eingerissen und eine Küche eingebaut. 
Dann kam noch eine neue Küche ins Haupthaus. Sprich, die alte Betonküche musste eingerissen werden und dann zT wieder neu aufgebaut werden. Gino, ein Schreiner, kam und mass die Schränke aus, die in das Betongerüst eingesetzt werden sollten. 
Im Apartment Bellevue wurde die Decke verkleidet und isoliert und es kam ein Waschtisch ins Bad. 
Rudi und ich betätigten uns als Maler. Wir konnten niemanden vor Ort finden und das was wir sahen, was die Einheimischen so 'bemalten' liess uns ehrlich gesagt, erschaudern. Die malten fröhlich über alles hinweg. Nichts wurde abgeklebt oder dranvorbeigepinselt. Wir haben bis heute noch eine Türe im Haus, die von den Vorbesitzern mal lackiert wurde, dass Schloss ist komplett unbrauchbar, weil der Lack in jede Ritze reingelaufen ist... 
Also beschlossen wir, selbst Hand anzulegen. War schon lustig, die Gesichter unserer Bauarbeiter, als sie mich in meiner Malerkluft sahen und dann stieg ich auch noch auf ne Leiter und pinselte drauf los und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Das war etwas, was man damals nicht kannte. Eine Frau, die eine solche Arbeit erledigte. 
Wir hatten unseren Spass. 
Die alte Küche: 


 Der Umbau:


Das Ergebnis:



Schritt für Schritt wurden wir so langsam aber sicher fertig und es fing an gemütlich zu werden. 

Da, mitten hinein schneite dann unsere erste Buchung ins Haus. Wir erschraken ganz schön, damit , dass jemand unsere zu diesem Zeitpunkt recht magere Website finden und dann auch noch so schön finden würde, dass er bei uns Urlaub machen wollte, hatten wir gar nicht gerechnet. 
Aber natürlich wollten wir uns das auch nicht entgehen lassen. Die Buchung fiel genau in eine Lücke zwischen Fertigstellung des Umbaus und der Renovierungen und Beginn der Bauarbeiten. Also nahmen wir sie an. 
November 2007 hatten wir also unsere ersten Gäste im Apartment Tropic Garden und gleich im Anschluss noch andere Gäste im Apartment Bellevue. Ganz schön aufregend!
Das war am 11.11.2007, wir hatten uns einen Spass erlaubt und uns ein wenig maskiert und unsere 3 Gäste machten fröhlich mit!
 

Sonntag, 9. Dezember 2018

2007

Ein Gästehaus entsteht

Die ersten Amtsgänge und unser Architekt


Als erstes zogen wir erstmal ein, in unser neues Haus. Da das Haupthaus und auch die ehemaligen Kinderzimmer in so desolatem Zustand waren, zogen wir erstmal in den hinteren Teil des Hauses. Dieser Anbau war erst vor ein paar Jahren entstanden, dort hatte der Opa der Familie sein eigenes Reich. Alles war in einem ganz guten Zustand und bewohnbar. Also suchten wir uns dieses für die kommenden Wochen erstmal als Zu Hause aus. Hier würde übrigens einmal das Apartment Bellvue entstehen.
 So sah das damals aus, der Wohnraum im Apartment Bellevue. Hinten links, neben der Treppe war damals noch ein Zugang ins Haupthaus.
 Treppenaufgang ins Schlafzimmer und zur Terrasse.
 Das war unser erstes Bett auf Mauritius. Später sollte es eine Weile im Apartment 'Tropic Garden' stehen, bevor wir es auch hier ersetzten. Aber damals waren wir froh es zu haben.

 Das Badezimmer, weiss, einfach nur weiss... 

Hier also lebten wir erstmal. Wir hatten noch so verschiedene Amtsgänge zu erledigen. Ich hatte immer noch keine Permit für Mauritius. Das nahmen wir als erstes in Angriff. Ich brauchte das Medical Certificate und dann konnten wir den Antrag stellen. 
Da sassen wir dann bei der BOI und wollten meinen Antrag abgeben und die Dame dort schaute leicht irritiert. Dann meinte sie, da würde ja wohl etwas nicht stimmen. Entweder sei dies nicht mein Reisepass oder nicht meine Geburtsurkunde. 
Wie bitte? Natürlich, beides ist meins!!!
Sie zeigte mir beides und wies auf das Geburtsdatum. Tatsächlich, auf der englischen Geburtsurkunde, die in Köln vom Ordnungsamt ausgestellt worden war, stand ein anderes Jahr, als in meinem Pass. Da war ich plötzlich 3 Jahre jünger. 
Hat man Töne? Ein dt. Amt, dass falsche Papiere ausstellt. Wow! 
Es half nichts, ich brauchte eine neue. Mist! Zum Glück hatte ich meine Original-Geburtsurkunde dabei und konnte diese dann vom dt. Konsulat übersetzen lassen. Tja, war nix mit mal eben 3 Jahre jünger machen (smile). 
Zeitgleich schauten wir uns nach Möbeln um und suchten einen Architekten. Wir wollten renovieren und anbauen und zumindest für den Anbau brauchten wir einen Architekten. Ausserdem waren wir ziemlich ratlos was die Bauarbeiter betraf. 
Damals war es mehr als heute üblich, sich die Arbeiter quasie von der Strasse zu holen und täglich zu bezahlen. Wir hatten natürlich nicht den geringsten Schimmer wie wir dies anstellen sollten. Dies Leute sprachen idR nur Creolisch und mit Ausländern wollten sie oft eh lieber nichts zu tun haben. 
Zum Glück bekamen wir auch hier Hilfe durch Freunde. Eines schönen Tages stand Jean Claude vor unserer Türe. Er seih Architekt und ein Freund, den wir auch gut kannten, hatte ihn geschickt. 
Er sah sich unser Grundstück an, besprach mit uns, was wir uns so vorstellten und versprach in ein paar Tagen mit den ersten Entwürfen wieder zu kommen. Wir waren dann mal gespannt, was da so kommen möge. 

Sonntag, 2. Dezember 2018

2007


Ein Gästehaus entsteht


Ankunft auf Mauritius


So, da waren wir also gelandet auf Mauritius, unserer neuen Heimat. 
Bei der Landung mussten wir gleich unseren Kater Charly bei der Immigration abgeben. Zwei Beamte der Quarantäne Station in Reduit warteten bereits auf uns und nahmen ihn gleich in Empfang. 
Eigentlich wollte ich mitfahren, dies war aber nicht erlaubt. Also, beeilten wir uns nach draussen zu kommen, wo ein Freund schon mit unserem Auto, dass Rudi beim letzten Aufenthalt schon gekauft hatte, wartete. Rein ins Auto und mit Vollgas los nach Reduit. Dort angekommen war keine Spur von Charly. Niemand hatte ihn gesehen, also warteten wir und warteten und warteten. Als wir so langsam begannen unsere Geduld zu verlieren, kamen nach fast 2 Stunden die beiden Beamten mit unserem Kater an. Sie konnten die Aufregung gar nicht verstehen, waren total relaxt und Charly saß hinten in seiner Katzenbox und miaute Lautstark vor sich hin. 
Der arme Kerl wusste ja nun wirklich nicht was ihm geschah. Wir durften dann mit ihm in seine Zelle, anders kann man das wirklich nicht beschreiben. Eine 2m x 2m große Zelle mit nackten Betonwänden und Betonfussboden. In einer Ecke eine alte Holzkiste, gefüllt mit Sand. Das war es. 
Wir brachten ihn hinein und das erste was er tat, war die Sandkiste einweihen. Er hatte es wirklich arg nötig. 
Dann fraß er sich den Bauch voll mit dem eigens von uns mitgebrachten Katzenfutter aus Deutschland. Wirklich wahr, wir reisten mit einer ganzen Reisetasche voll mit Katzenfutter und Leckerchen an. Wir wussten das wir dieses Futter auf Mauritius nicht bekommen würden und Charly war extrem eigen mit seinem Katzenfutter. Was uns in den kommenden Jahren noch so manche Anstrengung bescheren und unsere Gäste oft zum schmunzeln bringen sollte. Mussten diese doch allesamt 2-3-4-5 Döschen dieses Futters mitbringen. Hier nochmal ganz, ganz lieben Dank an alle unsere Gäste, die diese für uns immer mitgebracht haben. Es war wirklich immer ein riesen Katzenjammer, wenn uns mal dieses Futter ausging. OmG Katzen können so verdammt stur sein!
Die Sturheit unseres Charlies bekamen wir dann auch gleich volle Kanne zu spüren. Nachdem er sich den Bauch vollgeschlagen hatte, marschierte er in seine Box, so dass nur noch seine Schwanzspitze herausschaute, die hin- und herwippte, und kam dort nicht mehr raus. Wir liessen ihn dann erstmal alleine und fuhren in unser Haus nach Tamarin
Dort angekommen, wartete schon die Vorbesitzerin auf uns mit den Schlüsseln. Sie erklärte uns noch ein paar Dinge und dann waren wir alleine in unserem Traumhaus
Glücklich waren wir allerdings nicht. Als wir das Haus das letzte Mal sahen war es noch bewohnt. Nun war es vollkommen leer und als wir so durch die Räume gingen, kam uns das Grauen. Es sah schon arg verwohnt, alt und renovierungsbedürftig aus. 
Der Schock sass!