Mittwoch, 19. Dezember 2018

2008


Ein Gästehaus entsteht


Der Anbau wird fertig


Eine Baustelle auf Mauritius. Unsere fleissigen Arbeiten wurden so langsam fertig und wir an Erfahrungen reicher. Wir lebten definitiv in einer anderen Welt, in der die Uhren anders tickten. 
Jeden Freitagmittag gingen unsere Arbeiter in 'Sitzstreik', man arbeitete nach der Mittagspause einfach nicht mehr weiter. Wir wunderten uns schon, als wir unseren Architekten darauf ansprachen erklärte er uns, dass dies üblich sei. Freitag sei Zahltag. Die Leute erwarteten ihr Geld für die vergangene Woche und erst wenn sie bezahlt waren, standen sie auf und arbeiteten weiter. Unser Architekt erklärte uns, dass man mit der Bezahlung vorsichtig sein müsse und er nie den gesamten Lohn am Freitag auszahlen würde, sondern immer nur einen Teil und den Rest bekamen sie dann montags. Warum? Ganz einfach, wenn er sie voll auszahlen würde, würden sie nicht wiederkommen, sondern erstmal ihr verdientes Geld ausgeben, bevor sie arbeitssuchend wieder ankamen. Da aber nur volle Wochen bezahlt wurden, war die Wahrscheinlichkeit, dass einer am Dienstag wiederkommt höher, als an einem Montag. Tja... 
Eine andere Sache war die mit unserer Garage. Wir hatten ein paar Tage bevor dies passierte, Lampen für die Aussenbereiche gekauft und Rudi hatte diese in die Garage gebracht, ohne dass ich einen Blick dahin hätte werfen können. 
Nun kam J-C an und wollte die wissen, wo welche Lampe installiert werden sollte. Da wir unterschiedliche gekauft hatten wollte ich mit ihm in die Garage gehen, um ihm die Lampen zu zeigen und ihm zu sagen, welche wohin gehört. Jean Claude wollte nciht das ich in die Garage gehe, versuchte dies zu verhindern, er würde die Lampen einfach holen. Ich war aber nun stutzig geworden und marschierte geradenweges dorthin und bekam den Schreck meines Lebens. 
War es zu fassen? Ich stand mitten in der Garage, die die Arbeiter nicht nur als Lager, sondern auch als Pausenraum nutzen und starrte auf meine Füsse... Vielmehr auf die Stelle wo diese sein sollten. Tatsächlich stand ich nämlich bis zu den Waden in Müll. Unfassbar, aber wahr! Sie hatten alles was sie in den vergangenen 4 Monaten an Müll produziert hatten, einfach fallen lassen und dort liegengelassen. Sie sassen tagtäglich in ihrem eigenen Müll, assen ihr Essen und was sie an Abfall hatten, liessen sie einfach liegen. 
Ich dachte, ich falle hinten über. Joan Claude kam gleich hinter mir her und versuchte mich zu beruhigen. Ich solle nicht so laut schimpfen, sonst würden die Arbeiter morgen nicht wiederkommen und er müsse neue suchen. 
Hallo?
Ja, so war und ist das auf Mauritius. Wenn der Bauherr zu laut schimpfte über die Arbeiter, dann packten diese einfach zusammen und wurden nicht mehr gesehen. Ich war schon arg erstaunt. Rudi kam und zusammen mit JC versprachen sie den Dreck zu beseitigen. 
So war es dann auch. Am Samstagmittag gingen alle ins Wochenende während unser Architekt gemeinsam mit Rudi die Garage aufräumte und reinigte. Tja... 
Mauritius eben... 



 Dann, endlich, war es vollbracht




 unser Gästehaus war fast fertig. Nun hiess es die Apartments innen auszustatten. Also erstmal pinseln was das Zeug hielt. Ich hatte bereits während der Bauarbeiten alle Gardinen genäht und freute mich schon, sie jetzt endlich aufhängen zu dürfen.

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